Freitag, 7. Dezember 2012

Shivas Umarmung



Umarmung,
an der Schwelle des Moments.
Ich überlasse mich
dem endlosen Raum
und bleibe.

Ich lasse mich,
atme die Offenbarung
tief in mich ein.
Trunkenheit.
Ich falle.

Landung auf der Welle.
Keine Frage mehr.
Und niemand
der Antwort hätte.
Schwerelos.

Hey Shiva,
berühre mich da,
wo ich bereit bin wegzulaufen.
Da liegt der Schatz,
das pulsierende Herz.

Die Lust,
der Lust zu begegnen.
Ja, ich stelle mich
und fühle was ist.
Atemlos.

Der Wunsch,
der den Raum öffnet
zur Absichtslosigkeit.
Ich will dich.
Und lasse Erwartungen frei.

Frei sein
für die Begegnung
mit dir, Shiva.
Ich vertraue der Führung
des Lebens.

Lodernder Augenblick,
ein Feuertanz
in meinem Sein.
Trommeln, Rhythmus, rote Erde.
Verlockung.

Ich ahne den Moment
des Sterbens.
Es gibt kein Zurück.
Blicke in dein Angesicht.
Willenlos.

Ich bin mir selbst begegnet



Ich kann mir erscheinen.
Ich bin bei meiner Geburt dabei.
Es gibt keine Vergangenheit.
Alles ist Jetzt.
Ich bin das Universum,
das mich wach küsst.
Ich bin mir selbst der gute Engel
der mir beisteht
wenn es Ohrfeigen gibt
und mir hilft
zu wachsen.
Mich tröstet,
wenn alles verloren scheint.
Ich bin mir selbst begegnet
und weiß nicht,
dass ich es bin.
Ich aus der Zukunft,
die es gar nicht gibt.
Alles läuft gleichzeitig.
Zeit ist eine Erfindung
weil es Messgeräte gibt.
Und jetzt ist sie da,
die weise Alte,
faltig, knöchern, knurrig.
Besorgt um mich,
mir Lehren einflößend.
Sie ist von gurgelndem,
platzendem Humor,
ebenso wie von sanfter
unnachgiebiger Kraft.
Geduldig und unermüdlich
führt sie mich,
ist so nachsichtig wie zornig,
wenn ich blind bin.
Sie ist ich.
Ich habe schon gelebt,
bin schon gestorben

Fragmente



Wer mir hilft, den Himmel anzuheben,
bekommt mich dafür als Belohnung.
 *

Kann man über den Rand des Wahnsinns
hinausgehen,
ohne wahnsinnig zu werden?
*

Ich habe Angst in meinem
Tränensee zu ertrinken.
*

Im Grunde meines Herzens
schwimmen lächelnde Fische.
*

Wer bist du, Liebe,
die so schnell in ihrem schönen Kleid
entschwindet?
*

Es macht mich betroffen,
dass du solange auf mich gewartet hast
und ich es nicht wusste.
Wo war ich denn nur?
*

In dir ist ein Meer von Ruhe,
darin ich so gerne schwimme.
Der Gesang des Cellos,
der Duft von Holz
und das milde Licht der Kerzen
lassen mich wieder sanft
in deine Anwesenheit sinken.
Ich liebe das,
was durch dich
mein Herz berührt.
*

Morgenlicht



Aus Nebel entsteht die Welt.
Lichte Schatten fliegen empor.
Was meine Augen noch nicht sehen
hört mein Herz.
Ein ferner Trommelschlag
stetig, unermüdlich, weich.

Klänge mischen sich mit Licht.
Atmen still den Duft der Schöpfung.
Noch ist nicht, was das Sein erfasst.
Es ruht noch in der Welten Schoß.

Bereit.

Dann endlich jubelnd wird es wahr.
Der Ton der Flöte weitet sich,
berührt den Lebensgarten.
Erweckt die Stillen, die noch schlafen.
Und mischt sich unter meine Haut.

Das zitternde noch feuchte Leben
lässt kaum die Saiten schwingen.
Und Erde fängt den Ton der Flöte,
vereint der Trommel Herzensschlag.

Der warme dunkle Klang der Hölzer
schickt Gewissheit, Vertrauen aus.
Zimbeln locken zum Gebet
und läuten den Glanz der Schöpfung aus.

Bereit

Unschuldig, fragend hineingeboren
in diese Weltenmelodie
spiel´ ich weiter, was ich nur ahn´,
und webe meine Wünsche ein.

Geheimes Wünschen trägt der Wind
zu allen, die da träumen.
Der Weltenschleier lichtet sich
in einem leisen Staunen.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Tore aus Wasser



Meine Tore sind Tränenseen
die ich durchschwimme
um in Stille zu tauchen,
hinüberzugehen,
in friedliche Gewässer.

Eintauchen
untergehen
durchweinen
da sein.

Flüssiger Grund,
leise wabernde Stille,
uferloses Sein.

Auftauchen wieder
und zurückreißende Strudel
und eintauchen ins
pulsierende Leben.

So geht das schon
seit der Gezeiten Beginn.

Immer wieder neue Seen
mit Tränen geflutet.
Sie werden nie leer,
nie abgeweint sein,
meine Tore aus Wasser.

Und manchmal treiben
Gedankeninseln vorbei
auf die ich mich flüchte
so wie Ertrinkende sich
an Luftwurzeln halten.

Es sind Inseln voller Leid
und es wäre besser zu ertrinken.
Inseln voller Bilder
aus Vergangenheit
aufgeschichtet in Erinnerungen.

Ich wünschte mehr geliebt zu haben.

Träume versprechen
ein leichtes Leben,
verkündigen Besserung
und heben Versäumtes auf.

Zeit wird aufgetrennt
bis dahin wo die Masche sich verlor.
Noch einmal und ohne Fehler weiter.
Achtsam sein.
Und viel mehr lieben.
Viel, viel mehr.

Dann schwimme ich voll von Leid
wie eine Wasserleiche
kurz unterm Rand dahin
und blicke in den verschwommenen Mond.

Ich, so leichenblass und schön
treibe in Tränenseen dahin,
gewässert und stumm
bis die verwirrenden Wurzeln vermodern
und mein gewässerter Leib
sich befreit
und zu sinken beginnt
auf den grundlosen Grund.
Bis neue Impulse mich wecken.

Um wieder durch Tränenseen
zu schwimmen.
Meine Tore aus Wasser.